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Gemeinde-Vision

Vielleicht ist dem ein oder anderen aber nicht nur unsere Gemeinde-Vision, sondern der Begriff Vision als solcher etwas fremd.

Unter Vision wird verstanden, wenn man etwas zeitlich oder räumlich weit entferntes im Geiste sieht. Wobei der letzte Teil des Satzes bei einer Gemeinde-Vision durchaus doppelt verstanden werden kann - Im Geist sehen!

Eine Vision unterscheidet sich klar von einem Plan oder einem Ziel. Ein Ziel sollte ich mehr oder weniger klar vor Augen haben und der Plan sollte meine Strategie sein, dieses Ziel zu erreichen. Aber jedes Ziel ist nur Teil einer großen Vision, auf die alles abzielt.

Gemeinde-Vision

Aber wo nimmt sich eine biblisch fundierte Gemeinde eine Vision her? Eigentlich liegt es auf der Hand - aus der Bibel. Aber auch die Bibel ist voll von guten Ideen, die wir uns als Vision setzen könnten. Nach welchen Kriterien trifft man also die Auswahl?

Wir sind zurückgegangen an die Schwelle von alttestamentlicher zu neutestamentlicher Gemeinde. Was hat Jesus selber seinen Jüngern mit auf den Weg gegeben, unmittelbar bevor Gemeinde im neutestamentlichen Sinne entstehen sollte? Welche Vision gab er denen, welche die ersten sein sollten, die Gemeinde nach seinem Willen zu gründen und zu leben?

Zwei Bibelstellen scheinen uns hier als entscheidend. Bei beiden handelt es sich um Worte Jesu nach seiner Auferstehung, kurz bevor er vor den Augen der Jünger gen Himmel fuhr. Matthäus 28, Vers 19 und 20:

"Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt."

Und Apostelgeschichte 1, Vers 8:

"Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!"

Uns sind an diesen beiden Bibelstellen als Gemeinde folgende Punkte besonders wichtig:

  1. Wir sollen sich reproduzierende Christen und damit auch Gemeinden sein.
  2. Es kommt nicht auf Mitgliederzahlen an, sondern alle ALLES zu lehren, was der HERR seine Jüngern gelehrt hat.
  3. Es gibt eine Strategie.

Und so ließt sich die Vision unserer Gemeinde wie folgt:

Gemeinde-Vision Text

Evangelisation

So trivial es auch klingen mag, ist es doch um so wichtiger zu erwähnen, dass unsere Hauptaufgabe als Christen die Evangelisation ist. In Apostelgeschichte 8, Vers 4 heißt es:

"Die nun, welche sich zerstreut hatten, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums."

Das war für die ersten Christen das aller Selbstverständlichste. Dorthin, wo sie geflohen waren, gab es noch gar keine Gemeinden und der erste für sie natürliche Schritt war Evangelisation.

Predigt, Glaube, Taufe

Was bewirkte diese Evangelisation? Aus der evangelistischen Predigt erwuchs Glaube und als Folge und sichtbares Zeichen ihres Glaubens ließen sich die Neubekehrten taufen. So und nicht anders! Beispielhaft sei hier die Bekehrung der ersten Europäerin Lydia aus Kapitel 16, Verse 14+15 zitiert:

Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus Thyatira, hörte zu; und der Herr tat ihr das Herz auf, dass sie acht hatte auf das, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber samt ihrem Hause getauft worden war, bat sie und sprach: Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den HERRN gläubig geworden bin, kommt in mein Haus und bleibet daselbst! Und sie nötigte uns."

Geografische Ausbreitung

Der letzte Aspekt der Vision bezieht sich auf die Strategie; nämlich auf die geografischen Ausbreitung in konzentrischen Kreisen. Jeder hat schon mal einen Stein ins Wasser geworfen, um die sich immer weiter ausbreitenden Wellenkreise zu beobachten. Genauso sollen wir nicht willkürlich den Erdkreis bereisen, sondern uns strategisch ausbreiten. In Apostelgeschichte 1, Vers 8 sagt der Herr Jesus zu seinen Jüngern:

"sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde."

Dieser strategische Hinweis Jesu an seine Jünger steht zu Anfang der Apostelgeschichte und die ganze Apostelgeschichte ist dann ein mustergültiges Beispiel zur Umsetzung dieser Strategie.

  • Zeugen in Jerusalem: Umgesetzt zu sehen in Kapitel 1-7 (5,28)
  • Zeugen in Judäa und Samaria: Umgesetzt zu sehen in Kapitel 8-12 (8,25)
  • Zeugen bis ans Ende der Welt: Umgesetzt zu sehen in Kapitel 13-28 (17,6), zumindest, was die damals bekannt Welt anbelangte.

Gilt es nur noch unser Jerusalem zu definieren und das ist nicht besonders schwer, da wir unsere Arbeit hier in Dortmund gestartet haben. Dann wäre Judäa und Samaria als Ruhrgebiet und Rheinland zu sehen und darüber hinaus eben Deutschland und Europa.


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